The Black Lily

The Black Lily, von Hannes Schüller

Eine kurze und geheimnisvolle Geschichte erwartet den Leser. Es handelt sich um Episoden aus der jüngsten Vergangenheit der Hauptperson, die in Rückblenden erzählt werden. Dabei verschleiert die Geschichte, die aus Perspektive der Hauptperson erzählt wird, die wahren Begebenheiten. Der Leser bekommt nur kleine Häppchen präsentiert, aus denen er Stück für Stück die Wahrheit zusammenpuzzeln muss.

Das Spiel wäre prädestiniert für einen eigenen Thread im Forum, in dem man über die Interpretation diskutiert. Dabei möchte ich mich allerdings zurückhalten, denn ich war in der frühen Konzeptphase des Spiels und als Betatester beteiligt. Aber ich wage zu bezweifeln, dass ein Leser alleine für sich, das Gesamträtsel des Spiels lösen kann. Das ist zugleich der größte Kritikpunkt an der „schwarzen Lilie“. Obgleich der Autor die Sprache effektiv einsetzt, um die Wahrheit zu verdeutlichen, glaube ich dennoch, dass das Erkennen für den Leser extrem schwer ist.

Das Spiel versteht sich als metaphorische Erzählung, die auslotet, wie weit ein Erzähler gehen kann oder nicht, ohne dass einerseits zuviel verraten wird, andererseits aber auch nicht zuwenig. Ein spannendes Experiment, bei dem der Leser quasi zum Ermittler wird. Aufgrund der Tatsache, dass das Spiel sicher mehrmals gespielt werden muss und auch versucht werden muss, die verschiedenen Enden zu erspielen, um dann schlussendlich alle „Fakten“ zusammen zu tragen und die richtigen Schlüsse zu ziehen, befürchte ich, dass das Spiel, oberflächlich gespielt, eine niedrige Wertung in der IF comp erhalten wird. Und das völlig zu Unrecht.

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