Excelsior

Excelsior. von Arthur DiBianca

Die Erwartung, die Texte würden nach den kryptischen ersten Räumen ausführlicher und länger, werden schlicht enttäuscht.

Excelsior bleibt kryptisch, und gerade das hebt das Spiel hervor. Der Spieler ist hautsächlich damit beschäftigt, den Überblick über die Vielzahl der Räume nicht zu verlieren. Die Spielmechanik ist so einfach wie möglich gehalten. Alle „Aktionsverben“ bis auf zwei sind eliminiert. Um durch das Spiel zu kommen, genügt das „Untersuchen“ und das „Benutzen“.

Lange Zeit im Bereich der IF verpönt, wirft doch gerade die Einfachheit dieses Spiels interessante Fragen auf: Brauchen wir diese Komplexität? Genügen etwa zwei Buttons statt der komplexen Aktions- und Verbenvielfalt? Hier wird der simple Mechanismus ähnlich wie in manchen Grafikadventures verwendet. „Benutze“ kann verschiedene Funktionen abdecken, vom Öffnen oder Schließen, über diverse Hin- und Wegleg-Puzzles, bis zum Mitnehmen.

Hat man einmal den Mechnismus verstanden, kommt man relativ gut durch das Spiel. Allerdings fühle ich mich auch ein wenig hilflos, denn ich weiß ja vorher nie genau, was denn die „Benutze“ Aktion eigentlich auslöst.

Unnötig nervig fällt das Kartographieren auf, jedoch muss man anmerken, dass die weitläufige Topographie, hier zumindest, das Pacing angenehm verlangsamt. Denn viel zu entdecken gibt es leider nicht. Schade, im direkten Vergleich mit „Enigma“, wo ja auch nur wenige Verben benötigt werden, aber diese geschickt in die Erzählung der Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit einbezogen sind, bleibt bei „Excelsior“ die erzähltechnische Komponente auf der Strecke.

Fazit: Kryptisches und Zorkianisches Spiel, welches interessante spieltechnische Fragen aufwirft, ohne in der Erzählebene zu überzeugen. Nur für Liebhaber des Kartographierens zu empfehlen.

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